Zentrum für Kindesentwicklung und Familientherapie

Therapie und Supervision
 

Traumatherapie

Nicht alle Kinder sprechen über belastende Erlebnisse. Sie zeigen jedoch nach dem Trauma Verhaltensweisen, die vorher nicht zu beobachten waren.

Unter solche stark belastenden Erlebnisse fallen: Unfälle, Katastrophen, Kriegserfahrungen, Flucht, Gewalterfahrung, plötzlichen Tod von Angehörigen,  emotionalem Missbrauch, aber auch die Trennung von der Bezugsperson und dem gewohnten Lebensumfeld (z.B. bei Krankenhausaufenthalten, Scheidung der Eltern.), etc. Nicht jedes Kind, das einer traumatischen Situation ausgesetzt war, entwickelt eine post-traumatische Belastungsstörung (PTBS).  

In der Medizin und der Psychologie geht man davon aus, dass Kinder bereits in der prä- und perinatalen Phase durch negative Einstellungen, ungünstige Lebensbedingungen oder Komplikationen die vor oder bei der Geburt entstehen eine frühkindliche Traumatisierungen erleiden können. Aber auch die ersten 2 Lebensjahren eines Kindes bilden aufgrund der Hirnreifung und des frühkindlichen Erlebens einen besonderen Risikozeitraum ab.  

    Häufig zu beobachtende Verhaltensweisen von traumatisierten Kindern und Jugendlichen:

Jedes Kind reagiert auf seine ihm eigene Weise auf traumatische Erlebnisse. Manche Kinder ziehen sich zurück, wirken deprimiert, andere werden sehr unruhig, beinahe "hyperaktiv". Viele Kinder zeigen Verhaltensweisen einer früheren Entwicklungsstufe, sie regredieren und verlieren dabei unter Umständen bereits erworbene Fähigkeiten (z.B. Sauberkeit). Andere Kinder tyrannisieren ihre Umgebung, sie wollen alles unter ihre Kontrolle bringen, nachdem sie während des traumatischen Ereignisses einen starken Kontrollverlust erleben mussten. Bei  Jugendlichen wird insbesondere von dem Gefühl berichtet, eine eingeschränkte Zukunft vor sich zu haben.

  1. Traumatisierte Kinder geben sich oft selbst die Schuld für ìhr `Erlebnis.   
  2. Traumatisierte Kinder schotten sich zu ihrem Schutz ab.   
  3. Traumatisierte Kinder haben „Wachstumshemmungen“. Sie brauchen deutlich mehr Zeit, sich Wissen anzueignen und wirken oft abwesend
  4. Traumatisierte Kinder ziehen sich sehr zurück, weil ihnen etwas ‚ zu nahe gekommen ist‘.
  5. Traumatisierte Kinder zeigen vermehrt grenzüberschreitendes Verhalten, weil sie selbst in ihrer eigenen „Grenze“ verletzt wurden. Das grenzüberschreitende Verhalten der Kinder birgt das Risiko, dass man sie durch strenge Regeln einschränkt. Doch das Gegenteil der Fall. Durch zu strenge Disziplin und harte Strafen kann es beim Kind zu einer Retraumatisierung kommen.
  6. Traumatisierte Kinder äußern oft bizarre Fantasiewelten.   



    Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen   

Aus heutiger Sicht  muss Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen in erster Linie die Bedürfnisse des Opfers nach Sicherheit, Trost und Kontrolle befriedigen, den durch das Trauma geschädigten Selbstwert stärken und die Betroffenen dabei unterstützen, wieder selbstwirksam handeln zu können. Jedoch muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Gefahr einer Retraumatisierung so gering wie möglich gehalten wird. Das Gefühl des Kindes akzeptiert und geschützt zu sein muss  im Mittelpunkt der Therapie stehen – dies hat zur Folge, dass die Arbeit an den Traumainhalten erst dann erfolgen kann, wenn das Kind Sicherheit und Vertrauen erworbern hat.

  Bei den meisten Kindern und Jugendlichen  nutzen wir unterstützend die entspannend wirkende Anwesenheit eines unserer Therapiehundes, um z. B. über heikle Themen zu sprechen. Das weiche Fell, die Ruhe oder Neugierde des Tieres erleichtern es, dabei aufkommende Emotionen zu verarbeiten und Schweres leichter zu akzeptieren.  Im Zentrum für Kindesentwicklung wird mit dem Konzept der Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie für Kinder und Jugendliche - PITT-KID® (Dr. Krüger/ Prof. Dr. Reddemann),  der systemischen Traumatherapie und dem Konzept der tiergestützten Traumatherapie mit Hunden (angelehnt an Somatic Experiencing® von P. Levine) gearbeitet.