Zentrum für Kindesentwicklung und Familientherapie

Therapie und Supervision
 

Philosophie

Sehen und hören was wirklich ist - 
nicht, was sein sollte,
sagen was ich denke - 
nicht, was ich sagen sollte

fühlen was ich wirklich fühle - 
nicht, was ich fühlen sollte,
fordern, was ich möchte - 
nicht immer auf Erlaubnis warten.

Risiken eingehen - 
ohne mich immer erst abzusichern.

(Virgina Satir) 

Was ist systemisch? Ein kurzer Einstieg

Um zu erklären, was systemisches Denken bedeutet, wird gern die Metapher des "Mobiles" gewählt:

Wenn man an einer Stelle eine Veränderung vornimmt, verändert sich gleichzeitig auch viel an den anderen Punkten des Mobiles - vielleicht nur schwach an der einen Stelle, dramatisch stark an der anderen. Fast alle Bereiche, in denen Menschen mit Menschen arbeiten, lassen sich als solche „Mobiles“ sehen. Das gilt für gewohnte „Systeme“ unserer sozialen Welt, seien es Familien, Schulklassen, Gemeinden, Teams und Organisationen, das Bild lässt sich aber auch auf kompliziertere Konstellationen anwenden, beispielsweise in Bereichen, wo viele Professionen auf Kooperationen angewiesen sind, wie etwa bei dem diffizilen Beziehungsgeflecht zwischen Patient, Arzt und medizinischem sowie psychosozialem Personal.

Systemische Gesellschaft

Selbstverständnis / Was ist eine systemische Therapie/Beratung?

Alle Symptome und Probleme können in ganz unterschiedlichen systemischen Kontexten von Bedeutung sein: sie können sich im aktuellen familiären Umfeld zeigen oder im außerfamiliären (z.B. am Arbeitsplatz), sie können sich über Generationen hinweg manifestieren oder auch innerhalb einer Person als sich im Widerstreit befindliche individuelle innere Anteile erlebt werden.

Systemische Therapie und Beratung ist ein eigenständiges therapeutisches Verfahren mit einer Vielzahl von Methoden und Anwendungsbereichen. Ursprünglich aus der Familientherapie entwickelt, wird sie heute in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen angewandt. Sie betrachtet den einzelnen Menschen im Beziehungsgefüge seines Umfeldes und sieht Symptome als Lösungsversuche sowie als Ausdruck bestimmter Beziehungsmuster. Systemische Therapie und Beratung ermöglicht es, diese Muster deutlich werden zu lassen, die Ressourcen zu aktivieren und die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten zu erweitern. Welches System als therapeutisch relevant angesehen wird, hängt von dem spezifischen Kontext der Therapienachfrage ab.

Uns geht es vor allem um die Auflösung von Problemsystemen in Richtung auf Neuentwicklungen. Im Zentrum steht nicht wie in anderen Therapieverfahren eine Suche nach Ursachen (je nach Therapieverfahren werden dann ganz andere Ursachen er-/ge- funden), sondern das Vorbereiten und Hinarbeiten auf sogenannte Ordnungs-Ordnungs-Übergänge.

Als TherapeutInnen sind wir dann nicht die MacherInnen, wir beschränken sich aber auch nicht nur darauf, empathisch zu sein. Unser Selbstverständnis als systemische TherapeutInnen ist: "Hilfreiches Beisteuern" von Ideen, Provokationen und Wertschätzungen hin zu selbstorganisierten Prozessen. Im Kommunikationsprozess leitet uns eine wertschätzende, die Probleme und bisherigen Lösungsversuche der KlientInnen respektierende und achtende Grundhaltung. Nur wer sich angenommen fühlt, kann den nötigen Mut aufbringen, Neues zu wagen und sich auch schmerzhaften und angstbesetzten Themen zuwenden.